|
 |
 |
 |
 |
|
Turnpoint ging mit austherapierten krebskranken Kindern in die Lüfte. Ein Traum für die Kinder ging in Erfüllung
Samstag, der 31. Mai wird wohl den Kindern und Eltern von KONA noch lange in Erinnerung bleiben. Vielleicht ein Leben lang! Aber nicht nur für sie, auch für die Turnpoint Crew war es eine Begegnung der besonderen Art…
Der erste Kontakt zwischen KONA und Turnpoint entstand nach der Geschichte „Pilgern statt hetzen“ von Achim Joos und Uli Wiesmeier. Viele erinnern sich sicherlich daran. Die beiden starteten am 21. Juli 2007 am französischen Lac d’Annecy zu ihrem Biwakflug. Das Ziel, Murnau in Oberbayern erreichten sie nach 19 Tagen. Die Gesamtstrecke betrug 573 km. Jeder der vier Sponsoren - Turnpoint, Aerosport, Marmot und Bruno Banani - wandelten jeden zurückgelegten Kilometer pro Pilot in Euro um. Daraus ergab sich die Summe von € 4584.-, die an KONA übergeben wurde.
Was ist KONA und welche Aufgaben hat sich diese Institution als Ziele gesetzt? KONA heißt „Koordinationsstelle psychosoziale Nachsorge für Familien mit an Krebs erkrankten Kindern“ Die Koordinationsstelle bietet Eltern, Kindern und Jugendlichen Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung der Probleme, die sich nach der Erkrankung an Krebs ergeben. Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, steht lange Zeit der Kampf gegen die Erkrankung im Vordergrund. Ist die Therapie in einer der Münchener Kliniken abgeschlossen, gilt es, mit der Krankheit Krebs im Alltag zu leben. Das ist nicht einfach. Durch die Erkrankung hat sich vieles verändert und die durchlebte Zeit hinterlässt bei allen Mitgliedern der Familie Spuren. Solche Spuren können zu unterschiedlichen Problemen und Belastungen führen, manchmal sehr schnell, manchmal aber auch erst nach Jahren. Dies gilt in besonderem Maß, wenn das Kind an seiner Erkrankung verstorben ist. In Form von Orientierungs- und Beratungsgesprächen, Organisation und Unterstützung von Elterngesprächsgruppen, Informationen über wohnortnahe Angebote, Weitervermittlung an Fachstellen und Therapeuten vor Ort, Schulberatungen, verschiedene Freizeitangebote für die Kinder aber auch für die verwaisten Eltern und Geschwister und zu guter letzt bei der Ausbildungsplatzsuche versucht KONA diesen Familien zu helfen.
Bei der Übergabe des Schecks war Ilona Albrecht, Inhaberin von Turnpoint, von dem Schicksal der Familien so betroffen, dass sie der Koordinationsstelle mit Sitz in Schwabing anbot, einen Kinder- Elterntag zu organisieren. Die Idee war, den Kindern mit ihren Eltern zusammen einen schönen, erlebnisreichen Tag zu ermöglichen, und das mit einer Aktivität, die für alle etwas besonderes darstellt und aus dem normalen Rahmen der Unternehmungen rausfällt. Sie war sich sicher, dass das Fliegen, das Abheben mit einem Gleitschirm, das Loslassen und das durch die Luft getragen werden den Betroffenen gut tun würde. Ilona sollte in ihrer Annahme bestätigt werden.
So trafen am 31. Mai 2008 in Lenggries am Brauneck, 50 km südlich von München, zwei Welten aufeinander. Die heile Welt von Turnpoint mit ihren Piloten und Mitarbeitern und die Welt der Familien, die die leidvolle Erfahrung mit an Krebs erkrankten, jetzt austherapierten Kindern machen mussten.
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |

Turnpoint mit KONA in Lenggries
|
|
|
Allen voran Ilona Albrecht, Achim Joos, Elisabeth Rauchenberger, Anselm Rauh, Sabine Bunjewatz. Die dortige Flugschule adventure sports und Heinz Tretter vom Hochseilgarten unterstützten dieses Projekt. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an die Partner.
KONA kam mit 3 Mitarbeiterinnen und 30 Kindern und Jugendlichen von 7 bis 29 Jahren, davon 13 Geschwister, die von ihren Eltern begleitet wurden. Am Nachmittag stand für alle Kinder der Hochseilgarten auf dem Programm. Am Vormittag konnten die KONA Kinder zwischen einem Tandemflug oder einem Schnupperkurs-Vormittag wählen. Insgesamt flogen 12 Kinder mit Achim, Elisabeth, Anselm und Flo. Für die Eltern keine leichte Aufgabe, die Kinder loszulassen und mit den Tandempiloten fliegen zu schicken.
Im Abschlussgespräch meinten die Kinder auf die Frage, ob sie sich in der Luft gefürchtet hätten: „Das Gefühl in der Luft zu sein ist nicht schlimm, man fliegt ja“ oder „Das einzige wovor man Angst haben muss, ist Angst zu haben“. Diese und ähnliche Aussagen erhielten die Turnpointler von 10- jährigen Buben, die durch ihre Lebens- und Leidensgeschichte auffallend reif sind.
Ein 8-jähriger Bub, der ebenfalls mit dem Tandem flog meinte: „Fliegen sei so, als ob man sich zu Hause auf den Wohnzimmertisch stellt und die Modelleisenbahn von oben anschaut.“
Aber auch die, die selber abhoben, schwärmten und auch die Eltern hatten dieses gewisse Leuchten in den Augen, seit langem wieder einmal einen wunderschönen, besonderen und ausgleichenden Tag erleben zu können. Sie waren glücklich, mit ansehen zu können, wie ihre Kinder für einen Tag ihr Schicksal vergessen konnten und Freude am Tag, an der Aktivität, am Fliegen und am gemeinsamen Abenteuer hatten.
Die Turnpointler waren tief beeindruckt von dem Willenskraft der Kinder, deren Ausstrahlung und vor allem von deren positiver Einstellung zum Leben. Achim meinte, er habe diesen Tag sehr intensiv wahrgenommen und freue sich, KONA kennen gelernt zu haben. Die Beziehung zwischen KONA und Turnpoint hat sich somit weiter vertieft und selbstverständlich wird Ilona den Kontakt zu dieser Institution weiterhin pflegen.
Elisabeth Rauchenberger
|
|
|
|
 |
|

|
 |