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InCase - schnelle Öffnung bei pendelstabilem Sinkflug und weichem Fangstoß


 

Das InCase ist ein Mittelleinen-Rettungsfallschirm für Gleitschirmpiloten, der in einen Wurf- und in einen Außencontainer verpackt ist.

Dieses Rettungsgerät unterscheidet sich auf den ersten Blick nur kaum von den üblichen Rundkappen- Rettungssystemen. Jedoch wurden im InCase einige entscheidende Details verwirklicht und optimiert, die im Folgenden kurz erläutert werden sollen:

Die Kappe:
Das InCase- Rettungssystem hat trikonisch geschnittene Stoffbahnen, wodurch der Widerstandsbeiwert gegenüber der normalen Rundkappe um ca. 10 % erhöht werden konnte. Auch die Pendelneigung wurde so reduziert. Eine weitere deutliche Verminderung dieser gefährlichen Oszillation wurde durch vier symmetrische Aussparungen an der Kappenbasis erreicht.

Das Pendeln von Fallschirmkappen wird ursächlich durch das unsymmetrische Abreißen der umströmenden Luft an der Kappenbasis ausgelöst. Dieses Phänomen ist in der allgemeinen Luftfahrt als Karman´sche Wirbelbildung bekannt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, diese Wirbelbildung zu unterdrücken:
Zum Einen kann man die Porosität des Kappenmaterials stark erhöhen, was sich aber ungünstig auf den benötigten Luftwiderstand auswirkt. Die zweite Möglichkeit, wie sie beim InCase angewendet wurde ist, die Strömung zum definierten Abreißen zu bringen. Die von uns gewählten Aussparungen im ersten Viertel der Kappe arbeiten genau nach diesem Prinzip, ohne dabei im entscheidenden oberen Kappenbereich zu liegen.

Die Auslegung des Scheiteldurchmessers orientierte sich grundsätzlich an der Optimierung der Öffnungszeit und der Verringerung der Schirmbelastung. Irrtümlich wird immer wieder behauptet, dass die Scheitelöffnung einen entscheidenden Einfluss auf das Pendelverhalten und die Sinkgeschwindigkeit hat.
Ein letzter Pluspunkt, den diese widerstandsoptimierte Kappe bietet, ist das verringerte Packmaß.

Die Leinen:
Die Fangleinenlänge wurde bei diesem Rettungsgerät hinsichtlich minimaler Sinkgeschwindigkeit, Öffnungszeit, Pendelverhalten und Packvolumen optimiert. Sehr lange Fangleinen wirken sich positiv auf die Sinkgeschwindigkeit und die Pendeleigenschaften aus. Allerdings nehmen die Öffnungszeit und das Packvolumen deutlich zu. Unter diesen Rahmenbedingungen galt es nun, einen guten Kompromiss zu finden, wobei das Öffnungsverhalten bei der Auslegung der Leinenlänge einen hohen Stellenwert hatte.

Um die Öffnungszeit zusätzlich zu verringern, wurde die Mittelleine auf ca. 40 % eingezogen. Mit diesem Wert erreicht man eine sehr gute Öffnungszeit, vergrößert die projizierte Widerstandsfläche und verbessert die Kraftverteilung im Schirm beim Entfaltungsstoß. Um den Fangstoß zu limitieren wurde das InCase mit einer Fangstoßbremse versehen. Diese reißt beim Überschreiten von ca. 10 g Belastung auf und nimmt dadurch dem Fangstoß die Spitze.

Der Container:
Wie bereits bei den Vorgängermodellen verwenden wir auch beim InCase einen Vierblatt- Innencontainer, der ein kontrolliertes Öffnungsverhalten und eine sehr schnelle Öffnungszeit gewährleistet.

Um das Öffnungsverhalten nochmals zu verbessern, werden die Fangleinen in einer eigenen Tasche an der Außenseite des Innencontainers gepackt. Dadurch öffnet der Innencontainer erst, wenn die Fangleinen voll gestreckt sind. So kann sich die Kappe nicht an Teilen der Pilotenausrüstung und des Gleitschirms verfangen.

Auch beim Packen und Kontrollieren unserer Rettungssysteme wurde auf Sicherheit und Zuverlässigkeit geachtet, da auch beim InCase die bewährten Packschlaufen und die einfache Doppel- S Schlag- Faltmethode verwendet wurde. Selbstverständlich lässt sich das Rettungssystem in alle gängigen Gleitschirmgurtzeuge mit integriertem Außencontainer einbauen.

   
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